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EU-Projekttag am BKO: Austausch über Europas Zukunft Besuch der Europaabgeordneten Birgit Sippel am Berufskolleg in Olpe – lebendiger Dialog über aktuelle politische Herausforderungen

Am Freitag, dem 24. April 2026, hatten die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Olpe (BKO) die besondere Gelegenheit, die Europaabgeordnete Birgit Sippel (SPD) zu empfangen. Anlass war der EU-Projekttag, der bereits zum siebten Mal an der Schule stattfand, um den Austausch zwischen der jungen Generation und der europäischen Politik zu fördern.

Die Schulleiterin Ina Suchard übernahm die offizielle Begrüßung. Moderiert wurde die Veranstaltung souverän von zwei Schülerinnen aus der Klasse FS25G: Julia Szydlowska, die zugleich Schüler- und Standortsprecherin in Olpe ist, und ihrer Mitschülerin Laura Kühr.

Vielfältige Themen und klare Positionen

Frau Sippel, die bereits seit 2009 im Europaparlament tätig ist, sah sich einem Publikum von etwa 100 interessierten Schülerinnen und Schülern gegenüber, die eine Vielzahl an relevanten Themen ansprachen.

Das Spektrum der Diskussion war breit gefächert:

Sicherheit und Justiz: Frau Sippel verdeutlichte die Notwendigkeit einer engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Polizei und Justiz, beispielsweise bei der Bekämpfung von Kriminalitätsformen wie dem „Enkeltrick“.

Demokratie in Europa: Sie betonte mehrfach die Wichtigkeit eines demokratischen Miteinanders und äußerte die Hoffnung auf eine Stärkung demokratischer Strukturen in Ungarn nach der Wahlniederlage von Viktor Orban.

Asyl- und Migrationspolitik: Kritische Worte fand die Abgeordnete für die aktuelle Asylpolitik. Sie bezeichnete es als „zynisch und verlogen“, wenn einerseits die schnellere Arbeitsaufnahme von Migranten gefordert werde, gleichzeitig aber Mittel für Sprachkurse gekürzt und ausländische Qualifikationen nicht anerkannt würden.

Tierschutz in der EU: Ein emotionales Thema brachte eine Schülerin zur Sprache, die die Situation in rumänischen Hundetötungsstationen kritisierte. Besonders die privaten Einrichtungen, die hohe finanzielle Mittel für die Tötung von Hunden erhalten, standen hier im Fokus. Frau Sippel zeigte sich beeindruckt von der Recherche der Schülerin und sagte zu, dieser Problematik auf EU-Ebene nachzugehen.

Europäische Souveränität: Mit Blick auf die USA, die sie nicht mehr als durchgehend verlässlichen Partner einstuft, plädierte sie für eine größere Souveränität der EU in den Bereichen Energieversorgung, Digitalisierung und Verteidigung.

Gewalt gegen Frauen: Ein besonders wichtiges Anliegen war ihr die rechtliche Einordnung von Gewalt gegen Frauen. Frau Sippel sprach sich deutlich dafür aus, Vergewaltigung als europäische Straftat zu definieren und unterstützt den Grundsatz „Nur Ja heißt Ja“.

Ein aktiver Austausch

Im Rahmen der klaren politischen Aussagen machte Frau Sippel auch die Grenzen der Politik deutlich und betonte, dass die EU nicht für alle Probleme allein zuständig sein kann. Die Veranstaltung bot den Lernenden eine wertvolle Plattform, um ihre Fragen direkt an eine erfahrene Politikerin zu richten und ihre eigenen Perspektiven einzubringen.

Fazit

Zum Abschluss dankte Herr Bock, der die Veranstaltung in Vertretung für die erkrankte Europakoordinatorin Frau Alff organisiert hatte, der Abgeordneten für ihren Besuch.

Der EU-Projekttag am BKO erwies sich erneut als gewinnbringendes Format. Er bot den Lernenden nicht nur Einblicke in die Arbeit des Europäischen Parlaments, sondern regte auch dazu an, sich mit der Zukunft Europas und der Bedeutung demokratischer Prozesse auseinanderzusetzen.

 

                            

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